die hörmupfel

#LeseChallenge4 – Rezension “Tief im Hochwald”

BUCHREZENSION. Im Rahmen der Lese-Challenge 4 haben wir »Tief im Hochwald« von Moni und Simon Reinsch gelesen. Es wird Zeit, dazu eine Rezension zu verfassen.

 

| FAKTEN
Titel: Tief im Hochwald
Autor: Moni Reinsch und Simon Reinsch
Verlag: Emons
ISBN-13: 9783954511013
Preis: 10,90
Seitenzahl: 352

| INHALT
„Tief im Hochwald“ spielt in der Nähe des Ruwer-Hunsrück-Radweg und dem Saar-Hunsrück-Steig, was für den Inhalt an sich vielleicht nur dann eine Rolle spielt, wenn man die Mentalität der Figuren verstehen möchte. In diesem Fall wird in der Nähe eines Jägerhochstandes ein Mann aus Nürnberg getötet, der dort offensichtlich einen so genannten Geocache gesucht hat – ein Versteck im Rahmen einer modernen Schnitzeljagd mit GPS-Gerät.

Die Kommissarin Vanessa Müller-Laskowski aus Trier nimmt die Ermittlungen auf und muss mich mit der „besonderen“ Mentalität der Landbewohner auseinander setzen. Ob das ihre Arbeit erleichtert oder erschwert, darf jeder selbst herausfinden. Fakt ist, der erste Tote wird nicht der letzte sein – es folgen noch einige Dorfbewohner – und die Ermittlungen deuten darauf hin, dass auch hier Geocaching eine Rolle zu spielen scheint.

| LESEGRUND
Im Rahmen der LeseChallenge4 des Podcasts „Die Hörmupfel“ wurde dieses Buch ausgesucht, um gemeinsam in einer lesebegeisterten Gruppe gelesen zu werden. Ich selbst war schon vor einiger Zeit auf diesen Krimi aufmerksam geworden. Da ich von Krimis, die das Thema Geocaching beinhalten, aber mittlerweile nicht mehr allzu viel halte, hatte ich es mir nicht gekauft. Jetzt „musste“ ich es lesen, war aber gerne dazu bereit und ging auch ganz unvoreingenommen an die Sache ran. In der Gruppe liest es sich leichter und der Austausch zwischen den Teilnehmern der Challenge machte mir so viel Spaß, dass ich mich sogar auf das Leseerlebnis freute.

| MEINE MEINUNG
Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben – es gibt keine Schachtelsätze und der einfache Satzbau kommt Lesern, die flüssig und schnell lesen, sehr entgegen. Ich würde sagen, dass es sich für erholsame Strandtage bestens eignet, so dass ich es vor allem als lockere Urlaubslektüre einstufen würde.

Die Kapitel waren mir allerdings teilweise zu lang. Es war im Rahmen der Lesechallenge schwierig, ein ca. 70- bis 90-seitiges Lesepensum vorzugeben, weil die Länge der Kapitel das nicht zuließ. Außerdem musste ich abends vor dem Einschlafen das Lesen mitten in einem Kapitel unterbrechen, weil ich zu müde war, um das Ende zu erreichen. Glücklicherweise kam ich aber schnell wieder in den Inhalt hinein, auch wenn ich das Lesen mehrere Tage unterbrechen musste. Das hat mich sehr gewundert, denn in dem Roman gibt es sehr, sehr viele Figuren, deren Namen ich mir nicht merken konnte. In diesem Fall resignierte ich auch irgendwann und ignorierte die vielen Namen, in der Hoffnung, dass ich die Verbindungen zwischen den vielen Personen trotzdem irgendwie herstellen könnte. Dass schaffte ich glücklicherweise auch.

Die Geschichte selbst hat mich nur in einem Punkt mitgerissen: es gab sehr viele Morde. Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern, glaube aber, dass innerhalb von ca. 50 Seiten mindestens ein Mord begangen wurde. Dadurch (und durch den einfachen Schreibstil) nahm die Story an Fahrt auf und das Lesen machte wirklich Spaß.

Die Morde selbst und die Ermittlungen der Polizei, interessierten mich allerdings nur am Rande. Die Autoren schafften es in meinen Augen nicht, Spannung zu erzeugen und mich in den Bann zu ziehen. Auch die Frage, wer der Mörder ist, war eher zweitrangig, zumal schon ziemlich früh ein Verdacht aufkam, wer der Gesuchte ist. Normalerweise schaffe ich es nie, die richtige Person als Täter zu entlarven – diesmal aber schon. Dadurch fehlte mir zum Schluss des Krimis auch der gewünschte Aha-Effekt, was ich sehr schade fand. Ich beendete das Buch mit dem Gedanken: „Jo, nett gewesen, aber der Burner war es nicht.“

„Tief im Hochwald“ wurde auch innerhalb der LeseChallenge diskutiert und es wurden Stimmen laut, die das klischeehafte „Dorfleben“ und die Mentalität der „Landbevölkerung“ diskutierten. Ich nahm diese Tatsache nicht so deutlich war, wie andere in der Gruppe. Auch die angebliche, sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen der Kommissarin und einer der Dorfbewohner kam bei mir nicht so dominant an, dass ich sie erwähnenswert finde.

Das Thema „Geocaching“ wurde in dem Buch sehr angenehm behandelt. Die Informationen über dieses Hobby waren fundiert und sehr nett beschrieben. Ich bin selber Geocacherin und hatte keinen Moment den Eindruck, dass hier etwas falsch oder übertrieben dargestellt wurde. In meinen Augen nahm „Geocaching“ allerdings einen sehr großen Raum ein, dem andere (Nicht-Geocacher) aus der LeseChallenge-Gruppe aber widersprachen.

| FAZIT
Eine nette, unterhaltsame Lektüre, die für laue Sommerabende oder Strandlektüre geeignet ist. Man muss sich beim Lesen nicht allzu sehr konzentrieren, weil die Geschichte „so dahinplätschert“. Für einen Krimi wünscht man sich mehr Spannung und einen Aha-Effekt, was leider ausbleibt, da sich der Mörder schon relativ früh abzeichnet.

Ich würde einem Freund folgenden Satz mit auf den Weg geben: „Du kannst das Buch lesen, es ist nett und unterhaltsam.“