die hörmupfel

#LeseChallenge3 – Hidden Figures, der Film

LESE-CHALLENGE. Wie? Was? LeseChallenge3? Die ist doch schon vorbei! – Ja, aber es gab noch eine kleine Geschichte im Nachgang, die ich euch erzählen möchte.

Nachdem wir das Buch »Hidden Figures« mit teils wenig Begeisterung gelesen und abgeschlossen hatten, kamen wir auf die Idee, den Film dazu anzuschauen. Das haben ein paar von uns inzwischen auch schon gemacht. Eine tolle und sehr interessante Film-Rezension findet ihr bei meinem Podcast-Kollegen und LeseChallenge-Teilnehmer Jan (www.monowelle.at). In der Episode 0026 spricht er mit seiner Frau Stephanie über die oskar-nominierte Filmbiographie und vergleicht den Film dabei auch mit dem Buch (Autorin: Margot Lee Shetterly).

Ich selbst habe den Film auch gesehen und fand ihn sehr gut. Im Gegensatz zum eher dokumentarischen und langatmigen Roman, war der Film sehr kurzweilig, spritzig und emotional. Auch hier wurde das Hauptaugenmerk auf die Diskriminierung von Afroamerikanern gelegt, die sich an jeder Straßenecke und in jeder Bildungsschicht äußerst drastisch zeigte.
Als nicht zu unterschätzender »Nebenschauplatz« wird dem Zuschauer auch die »Eroberung des Weltalls« vor Augen geführt. Dabei geht es vor allem um den »Weltlauf ins All«, den die Amerikaner gegen die Russen führen. Meine Besorgnis, dass ich viel »amerikanischen Pathos« zu sehen bekommen würde, wurde glücklicherweise nicht erfüllt. Der Film ist in dieser Beziehung erfreulich erträglich.

Auf die Schauspieler möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, weil ich mir dabei immer sehr schwer tue. Die Synchronisation verfälscht meiner Meinung nach oftmals die Darstellung der Charakter durch die Schauspieler und allein an Mimik und Gestik möchte ich die Leistung eines Darstellers nicht messen.

Ich möchte aber die Kulisse lobend hervorheben, weil mir hier ein paar interessante Details aufgefallen sind. Zum Beispiel gab es einen großen Unterschied zwischen den Büros der »colored« und der weißen NASA-Mitarbeitern, der überdeutlich zum Vorschein kam.
An einer anderen Stelle schauen sich weiße und schwarze Passanten die Vorbereitungen der Mondlandung in einem Fernseher eines Elektrogeschäftes an. Dabei stehen Weiße und Schwarze feinsäuberlich getrennt vor der Fensterscheibe – penibel darauf bedacht, keine Berührungspunkte zu haben. Das war eine leise, aber sehr deutliche Darstellung der amerikanischen Rassentrennung der frühen 60er Jahre.
Besonders berührend fand ich in diesem Zusammenhang eine Szene, die sich in den Räumen der Damentoilette abspielt. Die Toilette wurde inzwischen für beide »Farben« zugänglich gemacht und es ist das erste Mal, dass in diesen Räumen eine weiße Frau auf eine »Schwarze« trifft. Das war eine sehr intime Situation, die filmisch sehr gut umgesetzt wurde. Mir lief in dieser Sekunde ein Schauer über den Rücken.

Fazit? Nun, das Buch habe ich entgültig als »nicht lesenswert« abgehakt. Den Film hingegen möchte ich euch ans Herz legen. Ich glaube, dass man ihn auch anschauen kann, wenn man das Buch nicht gelesen hat.
Für mich persönlich ist der Film sogar eine Bereicherung fürs Buch. Das klingt seltsam, oder? Nun, rückwirkend erhält das Buch durch den Film eine Aufwertung. Nachdem ich den Film nämlich angeschaut habe, wird das monotone und biographische Dokument emotional verklärt und dadurch »gefühlt besser« als es in Wirklichkeit war.

Ich denke, ich werde den Film auch noch ein zweites Mal anschauen, weil ich glaube, dass ich darin auf dem zweiten Blick noch einiges entdecken kann.

Fazit: Anschauen!